„Zum Stra–ßen–mu–sik–sonn–tag fahren wir: Du mit mir, ich mit dir!“

31.08.2018

Musikverein Bannewitz beim 16. Straßenmusiksonntag dabei

Dankbar für den herzlichen Empfang bat Elisabeth Scholz Bürgermeister Micha Bächle zum Gruppenfoto.
Unsere Gruppe mit Bräunlingens Bürgermeister.

Die Stimmung war unbeschreiblich. Schon in den beiden Kleinbussen auf der Hinfahrt von Bannewitz nach Bräunlingen schallte es öfters laut aus allen mitfahrenden Kehlen. Und zu jedem Auftritt, ob im Seniorenheim oder zum Straßenfest, der umgedichtete Schneewalzer mit oben genannten Refraintext machte froh und schuf sofort Stimmung.
So auch beim festlichen Empfang des Bürgermeisters im Bräunlinger Rathaus. Der Saal tobte, denn alle Teilnehmer stimmten sofort ein und schunkelten, dass sich die Balken im schönen Ratssaal unterm Dach bogen. Mit dem lustigen „Die Brilinger sind lustig“ (statt Tiroler) und der heimlichen Sachsenhymne „Sing, mei Sachse, sing“ heizten wir die Stimmung weiter an und Neu-Bürgermeister Micha Bächle staunte nicht schlecht über unseren Auftritt. Kurios für die Gäste aus der Schweizer Partnerstadt Murten: Auch sie erhielten ein Gastgeschenk aus Sachsen, denn als Elisabeth Scholz je einen Vertreter der vier Bräunlinger Stadtratsfraktionen nach vorn bat, war keiner von der Orts-SPD da. Eine Musikantin im roten Hemd sprang ein und erhielt unter dem Jubel der Murtener Stadtmusikkapelle auch eine Flasche Schnaps.

Vom 24. bis 27.8.2018 waren 15 Kinder und Jugendliche sowie fünf Lehrer des Musikverein Bannewitz e.V. Gast unserer Partnergemeinde Bräunlingen. Schon ein Wochenende zuvor trafen sich alle in der Bannewitzer KulturTankstelle und stellten das Programm zusammen. Auch einige kurzfristige Ausfälle wurden schnell kompensiert, zwei Szenen im Schauspiel gestrichen, Rollen neu besetzt und die Vereinschefin Elisabeth Scholz sprang wie schon zu den KulturTagen als einer der Hauptdarsteller ein. Blanca brachte eine tolle Choreo zum „Fight-Song“ mit und unsere neu zusammen gestellte Band probte unter Anleitung von Stefan Jaenicke.  Nach den Proben freuten sich alle auf das Planschen im Scholzchen Pool und das gemeinsame Essen auf dem Balkon.

Die Stimmung war prächtig und so verwunderte es nicht, dass sich alle Bräunlingenfahrer schon am Donnerstag Nachmittag trafen, um nochmals zu proben und gemeinsam zu übernachten, denn pünktlich um 6.00 Uhr wurde am Freitag zum Frühstück geläutet.
Nach siebenstündiger, stimmungsvoller Fahrt bei kühleren Temperaturen als in den letzten Wochen kamen wir in Bräunlingen an, inspizierten unseren neuen Auftrittsort und bezogen Quartier im wunderschönen Eventhaus Waldblick in Unterbränd. Der nahe gelegene Kirnbergsee lockte die Größeren zu einem Bade, während die anderen dem besten Metzger Bräunlingens einen Besuch abstatteten. Zum Abendbrot konnten wir Hofackers leckere frische Bratwürste vom Grill genießen.
Regenwetter am Sonnabend. Wir beschlossen, mit den Kleinbussen die weltgrößte Kuckucksuhr zu suchen und fanden gleich zwei: Die „1. weltgrößte Kuckucksuhr“ und die „weltgrößte Kuckucksuhr“. Bei ersterer konnten wir ins Innenleben der Uhr schauen und erfahren, dass sie schon 1983 ins Guiness-Buch Aufnahme fand.
Am Sonnabend Nachmittag gastierten wir im Seniorenheim Bräunlingen und boten Teile unseres Lied- Tanz- und Instrumentalprogramms. Auch die einstudierten Loriot-Texte vom „Frühstücksei“, „Geigen und Trompeten“ und „Feierabend“, fanden viel Beifall. Anschließend lud uns die Heimleitung zu Kaffee und Kuchen.   
Nach dem Festempfang im Rathaus lauschten wir den Darbietungen von Gogol & Mäx im Eröffnungsprogramm auf der Haupttribüne und zogen durch die Innenstadt.

Und dann der Höhepunkt: Der Straßenmusiksonntag. Bei den Landfrauen stärkten wir uns bei einem leckeren Frühstück, danach galt es unseren Bühnenplatz herzurichten. Nach den Auftritten vor der Grundschule bei den beiden letzten Straßenmusiksonntagen hatten wir in diesem Jahr einen Platz hinter der Stadtkirche, mitten im Zentrum, aber doch nicht im Hauptring des Geschehens erhalten. Zum Glück regnete es nicht wie am Vortag, am Mittag schaute sogar die Sonne hinter den Wolken hervor.
Pünktlich um 11 Uhr starteten wir mit unserem non-Stop-Programm, das sehr abwechslungsreich zweimal vier Stunden Gesang, Tanz, Schauspiel und Instrumentalmusik bot.
Ein Lieder-Misch-Masch unter dem Titel „Sächsisches Allerlei“ mit Chor und Instrumentalgruppe eröffnete das Programm, ins Einhornland zogen wir danach mit unserem Erfolgsstück des Rabaukenfaschings, bevor die Musikschulband mit Gitarren-, Keyboard- und Schlagzeugklängen aufwartete. Band-Frontsängerin Emma-Maria Leuschner sang auch eine Eigenkomposition zur Gitarre. „Ein Kessel Buntes“ nannten wir die folgende Sequenz mit Liedern des Chores, Poptänzen und Loriot-Sketschen. Zum Abschluss rockten und jazzten die Musikschullehrer Anna-Maria Reiß (Violine), Markus Kliesch (Trompete), Stefan Jaenicke (Gitarre, E-Piano), unterstützt vom 12-jährigen Artur Wiedemann am Schlagzeug.
Von den Besuchern gut genutzt wurde auch unser kleiner Info-Stand mit Prospekten, sächsischem Bier und einigen Leckereien. Der von der Bäckerei Bärenhecke gesponserte Stollen (Danke!) war dabei ein besonderer Leckerbissen. Die Sächssche Gardoffelsubbe mit Würsdschn war bald „aus“, mit soviel Andrang hatten wir nicht gerechnet...
Unsere Zeiteinteilung der Auftritte mit wechselnden Mitwirkenden bescherte allen auch Freizeit um die anderen der über 60 Gruppen und Solisten beim großen Straßenmusikfest anzusehen und die wunderbare Atmosphäre zu genießen.
Welch schöner Tag! Mit frohen Herzen zogen wir in unser Quartier und „feierten“ bis in die Nacht.

Herzlichen Dank an dieser Stelle der Bräunlinger Stadtverwaltung, insbesondere Herrn Bürgermeister Micha Bächle und Verkehrsamtsleiterin Maren Ott, Diana Seifried vom Eventhaus Waldblick sowie der Bräunlinger Stadtkapelle und Stadtpfarrer Walter Eckert, die uns spontan ein Schlagzeug bzw. einen Mikroständer für unsere Auftritte ausliehen. Ein besonderer Dank gilt auch der Bannewitzer Gemeindeverwaltung, dem Gemeinderat, aber auch den Sponsoren für die Unterstützung unseres Projektes.

So wurde auch unsere 9. Teilnahme an einem Straßenmusiksonntag ein bleibendes Erlebnis. Wir Bannewitzer wurden wie immer in Bräunlingen sehr herzlich empfangen und freuen uns schon jetzt auf einen weiteren Kulturaustausch mit Freunden unserer Partnergemeinde.

Hier ein Artikel aus dem SÜDKURIER:

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